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Eine kleine Geschichte über Sand und Kies....

Wenn man bedenkt, dass heute mengenmäßig ein Großteil der geförderten Kiese und Sande für den Betonbau verwendet werden, dann wird klar, dass die Geschichte der Verwendung von Kies und Sand eng verbunden ist mit der Geschichte der Entwicklung der Betontechnologie.

Die Idee, aus Kies, Sand und Bindemittel einen neuen Baustoff - ähnlich dem Beton - herzustellen, ist verglichen mit der Verwendung von Kies und Sand als einfaches Baumaterial, z. B. für den Wegebau, noch relativ jung.

Bei den ältesten bislang bekannt gewordenen "Steinen aus Menschenhand" handelt es sich nach den Erkenntnissen der Wissenschaft um aus dem 9. bis 8. Jahrtausend vor Christus stammende großflächige Bodenbefestigungen aus sandigem Zuschlag, kalkigen Bindemitteln und Wasser - also um Estrichmörtel auf Kalkbasis - gefunden bislang nur im Nahen Osten.

Die Römer haben im dritten vorchristlichen Jahrhundert damit begonnen, Gestein und hydraulischen Kalk zur Herstellung von "römischen Beton" von verhältnismäßig hoher Festigkeit einzusetzen, indem sie Gesteinsstücke in mit angemachten Kalk gefüllte Schalungen versenkten. Das Ergebnis nannten sie "opus caementitium".

Den eigentlichen Durchbruch des Einsatzes als gebundene Massenbaustoffe verdanken Kies und Sand letztlich der Erfindung des Portlandzements als Vermittler noch höherer Festigkeiten der "Steine aus Menschenhand" durch den Briten Josef Aspdin, der 1824 eine Idee seines Landsmannes John Smeaton aus dem Jahre 1794 verwirklichte. Für den Durchbruch des Einsatzes von Kies und Sand als Massenbaustoff verantwortlich zeichnen darüber hinaus die drei Erfindungen werksmäßiger Veredlung

  • von Bausand zu Mörtel durch den Bochumer Robert Guthmann anno 1875 in Berlin
  • von Bausanden zu Kalksandsteinen durch den Baustoffchemiker Dr. W. Michaelis (Berlin) anno 1880 und
  • von Bausanden und -kiesen zu Frischbeton (Transportbeton) durch den Hamburger Regierungsbaumeister a. D. Jürgen Hinrich Magens anno 1903 in Hamburg.

 

Ihre heutige Bedeutung verdanken Kies und Sand vor allem der dann einsetzenden Weiterentwicklung des Betonbaus. Immer höhere Betonfestigkeiten und verbesserte Verarbeitungsmöglichkeiten sorgten für einen wahren Siegeszug des Betonbaus, sowohl im Tief- als auch im Hochbau. Die Folge war ein extremer Anstieg des Bedarfs an hochwertig aufbereiteten Baukiesen und Bausanden. Da jeder Kubikmeter Festbeton aus 82 % Zuschlagstoffen, die sich wiederum in den meisten Fällen aus Kiesen und Sanden zusammensetzen, besteht, ist der Betonbau mit über 180 Mio. t, ob als Transportbeton, Baustellenbeton oder als Betonfertigteile, heute einer der größten Einsatzbereiche von Kies und Sand.

Nicht vergessen darf man natürlich, dass darüber hinaus schon seit Jahrtausenden spezielle Sandqualitäten vom Menschen auch für andere Zwecke verwendet werden:

  • Seit Beginn der Bronze- und vor allem der Eisenzeit - im mittleren Orient schon seit 9.000 und in Europa seit über 4.000 Jahren - weiß der Mensch tonhaltige Quarzsande als Klebsande zur Herstellung von feuerfesten Öfen sowie als Gießereisande zur Herstellung von Gussformen einzusetzen, die das Gießen von Metall zulassen.
  • Seit rund sieben Jahrtausenden wissen die Menschen, aus nahezu reinem Quarzsand unter Zugabe von Kalk und alkalihaltigen Aschen durch Schmelzen Glas herzustellen.


Im Laufe der Jahrhunderte hat sich auch hierbei die Technik rasant weiterentwickelt. Grundstoffe blieben aber bis heute Spezialsande, deren Einsatzgebiete noch um ein vielfaches erweitert wurde, so dass diese Sande heute in einer Vielzahl von Produkten zu finden sind.

Quelle: http://www.verband-steine-erden.de

 
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